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Bericht aus der Donauwörther Zeitung vom 16.03.2005 |
Bewegung, Blues und Begeisterung
Der 9. Notenkessel schließt mit Gospelhits

Das Main-Line-Gospel-Ensemble mit Gittarist Thomas Schmidt, den Solistinnen Dr. Christine Kammerer und Sabine Schleicher und Rapper Dr. Gerd Kammerer(von links) Bilder(3):Kowalke
Von unserem Mitarbeiter Tom Lier
Donauwörth
Die volle Bandbreite der Gospel-Klassiker gab es beim Finale
des 9. Donauwörther Notenkessels. Die Formation "Main-Line-Gospel"
brachte mit ihrer natürlichen und sympathischen Darbietung
schnell eine gute Atmosphäre in die Christuskirche.
Ob sich ihr Namen nun aus dem Herkunftsort Mainleus (am Main) oder aus der Zusammensetzung ihres Repertoires, das eben hauptsächlich aus den guten alten Gospel-Gassenhauern ("main-line") besteht, entwickelt hat, konnten die Mitglieder des Laienchores aus Oberfranken dem Publikum nicht so genau aufschlüsseln. Fakt ist jedoch, dass sich hinter "Main-Line-Gospel" 21 Sängerinnen und sieben Sänger befinden, die sanges- und bewegungsfreudig ihr Lebensgefühl vermitteln wollen.
Drei Jahre in Amerika
Dass sie es in dieser Form können, verdanken sie in einem großen Maße ihrem Chorleiter Heinz Bittermann. Nach drei Jahren in Amerika brachte er eine tiefe Leidenschaft für die Musik der Schwarzen mit. Schwerpunkt seiner maßgeschneiderten Chorsätze sind nicht ausgefuchste Arrangements, sondern frischer und authentischer Ausdruck.
Die Herren der Band (Thomas Schmidt, Gitarre, Stefan Ludwig, Bass, Hans Eichner, Schlagzeug und Heinz Bittermann, Keyboard) gaben den Songs ein solides Fundament und überzeugten auch solistisch. Ihre Spiellaune und Freude am Blues demonstrierten sie besonders als Schlusspunkt des ersten und Auftakt zum zweiten Teil des Konzertes. Neben den Vorsängerparts übernahmen einige Chormitglieder auch Ansagen und Hinführungen zu den einzelnen Stücken im Repertoire und ließen dadurch sehr gut eine Gliederung des Programms erkennen. Gleich am Anfang stand ein Rap (in deutscher Sprache), der die Situation der Negersklaven schilderte. Diese stellten nämlich bald fest, dass es ihnen unter ihren "gläubigen, weißen Herren" wie dem Volke Israel in der Bibel erging. Das war somit die Geburtsstunde des Gospel.
Mit Band oder A-Capella-Gesang erklangen Lieder wie "Go down Moses", "This little light of mine", "Oh happy day", "Go tell it on the mountain" und viele mehr. Bei "Joshua fit the battle of Jericho" legte ein Männerensemble nach der Chor-Version eine Barbershop-Version (a la Golden-Gate-Quartett) gleich noch hinterher und brachte neben den zahlreichen choreographischen Aktionen des Abends zusätzlich Abwechslung und Bewegung auf die Bühne.
Aus Pop und Rock
Musikalische Variation kam aber auch aus Pop und Rock. "With a little help from my friends" sangen "Main-Line-Gospel" mit Chorleiter Heinz Bittermann dem Original von Joe Cocker im stimmlichen Timbre zum Verwechseln ähnlich. Überzeugend geriet außerdem "I will follow him" aus dem Film "Sister Act". Da war es kein Wunder, wenn der Funke der Begeisterung auf das Publikum übersprang und Beifallstürme entbrannten.
Alles in allem ein gelungener Abschluss des 9. Notenkessels und vielleicht auch schon ein kleiner Vorgeschmack auf das Jubiläum 2006.
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