|
Bericht aus der Donauwörther Zeitung vom 23.02.2005 |
"Nimm mich mit, egal wohin du gehst"
Laut und hart: Rockband "hopf" in der Christuskirche
Rock in der Christuskirche: Die Band "hopf" beim Notenkessel. Bild:Kowalke
Von unserem Mitarbeiter Tom Lier
Donauwörth
Zum neunten Mal kommen heuer die Freunde von Gospel und geistlicher
Popmusik in der Donauwörther Christuskirche auf ihre Kosten. Am
vergangenen Samstag brachte der "Notenkessel" die Band "hopf" auf die
Bühne und mit ihr deutschsprachige Musik der härteren Gangart.
"Es wird laut werden", so die einleitenden Worte des Stuttgarter Frontmanns Peter Eberwein - und es wurde laut. Wer in den Genuss eines Rockkonzertes kommen wollte, hatte an diesem Abend das große Los gezogen und so sah man zahlreiche Teenager in den vorderen Reihen der Kirche klatschend und stampfend "voll abgehen". Wer jedoch als traditioneller Notenkessel-Fan inspirierende Texte und die Symbiose aus geistlicher Lyrik und ergreifender Musik suchte, wurde enttäuscht. Noch während der ersten Lieder ergriffen viele Besucher die Flucht und so manche auch die Ohrstöpsel. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch.
Was die fünf ausgezeichneten Musiker der Band "hopf" zu bieten hatten, war Hochwertiges aus dem Bereich "Rock", was sie zu sagen hatten, blieb allzu oft unverständlich. Das Erfassen von Qualität und Inhalt der Texte beschränkte sich meist auf die Zeilen der eingängigen Refrains, die mit "Nimm mich mit, egal wohin du gehst", "Steh bei mir" und " Es ist eine traurige Welt" resümierend aufzeigen sollten, dass sich hier ein Mensch mit den Unwägsamkeiten des irdischen Lebens herumschlägt und seine Hoffnung auf Gott und die bessere Welt setzt.
"Gnade mir Gott"
Gut zum Tragen kamen Inhalt und Botschaft bei den wenigen sanfteren Liedern, den Rockballaden. Dort brachte Sänger Eberwein mit seiner bluesig-souligen Stimme das Fazit eines Christen, der sich von Gott entfernt hat, mit den Worten "Gnade mir Gott" bis unter die Haut der Zuhörer.
Dass sie ihr Handwerk gelernt haben, zeigten die Jungs, die sich unter dem Nachnamen ihres Gitarristen und Texters Johannes Hopf vor zwei Jahren formiert haben, vor allem in ausgedehnten Instrumentalsoli und durch stilübergreifendes Können. Melodischer, funkiger, bluesiger Rock, Kurztrips in Fusion und Latin, Sequenzerloops und immer wieder die Hookline mit Ohrwurmcharakter: die Herren Hopf (Gitarre), Müller (sechssaitige Bassgitarre), Seybold (Schlagzeug), Herzer (Keyboards) und Eberwein (Gesang) hatten es drauf.
So war "hopf" an diesem Abend vor allem Musik für den Bauch und die Beine. Auch wenn das Konzert mit einem eher nachdenklichen Lied über den Tod ("Schlaf, schlaf, schlaf...") sein Finale fand, die Party, zu der "Notenkessel-Macher" Hans-Georg Stapff das junge Publikum in den Jugendkeller des Pfarrheims einlud, hatte schon in der Kirche begonnen.
Nächstes Konzert im Notenkessel am Samstag, 5. März, mit der Gruppe "Horizonte". Beginn ist um 19 Uhr in der Christuskirche Donauwörth.
Impressum