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Bericht aus der Donauwörther Zeitung vom 26.03.2002 |
"Fang du was mit mir an"
Liedermacher Klaus Andre Eickhoff beim "Notenkessel" in der Christuskirche

Liedermacher am Klavier: Klaus-Andre Eickhoff in der Christuskirche.
Bild: Sahliger
Von unserer Mitarbeiter
Tom Lier
Donauwörth
Echter Glaube, etliche Zweifel und Eloquenz machen die Qualität der
Lieder aus, mit denen Klaus Andre Eickhoffseit einigen Jahren vor sein
Publikum im deutschsprachigen Raum tritt. Nun war der Liedermacher zu Gast
im "7. Donauwörther Notenkessel".
Viel hatte der in Celle geborene Songpoet anzumerken und zwang die Zuhörer in der Christuskirche mit seinen akrobatischen Wortspielereien aufzumerken. Er plauderte und sang von seinen Beobachtungen. Gesellschaftliche Phänomene, persönliche Konflikte, Weltpolitik - nichts ließ er unberührt und auf seine ganz persönliche, nämlich musikalische Art, unkommentiert.
Dass der 31-jährige Musiker den Modetrends angesichts seiner weißen Tennissocken nicht so recht hinterherkommen will, ist für ihn genauso ein Problem wie der geistige Gesundheitszustand der Millionen Fernsehzuschauer, die sich immer wieder den "Musikantenstall"(Zitat) und ähnliche Sendungen voll gespielter Lebensfreude ansehen. Eickhoffs Persiflage im "Gute-Laune-Stil-Walzer" brachte einen tosenden Applaus in die Kirche.
Lebe deinen Traum
Den Slogan "Lebe deinen Traum" setzte der Songschreiber im Lied "Höhenflug" in Musik um und war nicht nur dort als genialer Interpret an den Tasten zu erleben. Vor allem im ersten Teil seines Programms zeigte Eickhoff in spitzbübisch-frecher Art sein Talent im texten mit und zwischen den Worten. "Zungenbrecher-Refrain" könnte man die Zeilen in "Kleine Brötchen backen" nennen, wo er (einfach gesagt) erklärt: "Von nichts kommt nichts".
Der Sänger legte in seinen gesungenen Gebeten dar, dass er sein Tun fest in die Hände Gottes gegeben hat: "Nimm's in die Hand, fang du was an mit mir". Sogar nach dem überraschenden Tod seines Bruders schrieb der Musiker seine Gedanken in einem Lied nieder und fand in ehrlicher Art und Weise einen Umgang mit den weniger schönen Dingen im Leben, voll bewusst dessen, dass sich jeder Mensch nach den "perfekten Augenblicken" sehnt.
Lange in der SWR2-Bestsellerliste befand sich "God bless America". Es handelt von unserer unperfekten Welt, die durch filmreifen Terror und krankhafte Ideologie seit dem 11. September 2001 in Gut und Böse eingeteilt ist. Eickhoff brachte damit in die aktuelle Situation dieser Tage ein klares Bild der augenblicklichen, globalen "Schwarz-weiß-Malerei". "Früher war alles besser", "Deutsche Sprache, schwere Sprache", "Wartezeit ist lebenszeit" - viele allgemeine Lebensweisheiten flössen einst durch die spitze Feder des Liedermachers und entwickelten sich nach einer Reise durch dessen Gedankenwelt in amüsant-ironische Musikstücke zum Schmunzeln und Nachdenken.
Gelassenheit und Gottvertrauen
Eine Stimme, zwei Hände, ein Klavier - sein ehrliches Konzept und sein Können ließen Eickhoff während seines künstlerischen Schaffens schon einige Auszeichnungen zu Teil werden. "Ich hab alle Zeit der Welt", sagt er von sich selbst und spielt damit auf seine Gelassenheit und sein Gottvertrauen auch in Krisensituationen an. Viel Verborgenes hat der Poet mit leisen Tönen zu Tage gefördert, vieles verdreht oder aufs Korn genommen und, bezeichnend für seine tiefgründige Ironie, dem Publikum ein Begrüßungslied als Zugabe beschert.
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