Donauwörther Notenkessel

Gospel und Pop

Archiv - 4. Notenkessel 2000 - Pressebericht

Bericht aus der Donauwörther Zeitung vom 15.03.2000


Gospelchor 2000 - Seminar mit David Thomas
Konzert in der evangelischen Christuskirche mit David Thomas und dem 80-köpfigen "Mass-Chor"     Bild:Sahliger

Eine Gospelmusik, die ansteckt

David Thomas und 80-köpfiger "Mass-Chor" beim Notenkessel-Start

Von unserem Mitarbeiter
Karl-Heinz Fischer

Donauwörth
Seit in den siebziger Jahren die Edwin Hawkins Singers einen Gospelsong, "Oh happy day", zum Welthit machten, begeistert diese Art von Musik nach wie vor ein breites Publikum. Beim Auftaktkonzert zum 4. Donauwörther Notenkessel in der übervollen Evangelischen Christuskirche waren dann auch wieder rund 550 Zuhörerinnen und Zuhörer voll dabei - mit Händen, Füßen und vor allem mit ihren Stimmen.

David Thomas, schwarzer Gospelsänger aus Manchester und seit zehn Jahren in Deutschland lebend, schloss von Anfang an das ganze Publikum mit ein, in seine Art, Gospel zu zelebrieren.

Und David Thomas kam nicht allein. Er brachte einen 80-köpfigen Chor mit. Ihm hatte er hier in Donauwörth in einem speziellen dreitägigen Gospelseminar (siehe eigener Bericht) gelernt, wie Gospels zu singen sind. Und er hat es diesem Chor gelernt. Waren die 80 anfangs noch etwas zurückhaltend, explodierten sie im Laufe des Abends fast vor Sangesfreude. Und sie steckten das Publikum an, nicht erst beim Gospeltrain. Das Publikum war mit dabei. Und so muss Gospel auch sein.

David Thomas brachte aber auch alles mit, was Gospelgesang ausmacht. Da sangen 80 Stimmen wirklich aus vollem Hals: David Thomas war unüberhörbar lauter - auch ohne Mikrophon. Die Sopranistinnen erklommen die höchsten Töne:

David Thomas sang ohne Probleme drüber - und das nicht in Kopfstimme. Da waren aber auch leise Töne: Amazing Grace, von ihm selbst am Piano begleitet. Traditionelle Spirituals - Down by the Riverside, Amen, Oh Happy Day - wechselten sich ab mit neueren Gospels.

Sehr hilfreich waren die sporadisch eingestreuten Übersetzungen der weniger bekannten Gospels, die zusammen mit dem Chor erklangen. Diese neueren Gospels entstammten, so David Thomas, einer engen musikalischen Freundschaft zwischen ihm und dem deutschen Gospelmusiker Hemi Jost. Diese Musik verquickte dann auch schlichtweg traditionelle Gospelrhytmen mit Funk, machmal mit Rhythm n' Blues und manchmal sogar mit karibischem Raggae. Ein Stil, der manchem Gospelpuristen ungewohnt sein mag: Es war aber ein Stil, der ins Blut ging. Die englischen Texte waren durchwegs von Schwarzen geschrieben. Es waren Lieder der Hoffnung, etwa über die "wunderwirkende Kraft, die in Jesu Opfertod steckt" oder über die Zeit, "in der ich nicht einmal schreien konnte, aber mitten in der Dunkelheit ein Licht kam, das mich errettete."

Keine zweite Zugabe

"Ich bin hier, um mit euch Gott zu loben und ihm zu dienen", so fasste der Stargast des Abends seine Motive zusammen. Schade, dass er sich nach über fünfminütigem tosendem Schlussbeifall keine zweite Zugabe entlocken ließ.







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auf Gospel.de
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