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Bericht aus der Donauwörther Zeitung vom 03.04.2000 |

Clemens Bittlinger (links) und der ausgezeichnete Schlagzeuger
Helmut Kandert. Das Konzert wurde zum Höhepunkt der Konzertreihe
"Notenkessel 2000". Bild: Voigt
"Macht ist nur die Angst der anderen"
Clemens Bittlinger und Band in der Christuskirche
Von unserem Mitarbeiter
Karl Heinz Fischer
Donauwörth.
Die gute Nachricht zuerst: 500 erlebten ein tolles Konzert mit dem
Liedermacher und Pfarrer Clemens Bittlinger samt seinen Freunden David
Plüss (Keyboard) und Helmut Kandert (Percussion). Die schlechte
Nachricht- und das Bedauern darüber war am Ende des Konzerts bei vielen
zu spüren: Mit diesem Konzert endete der Notenkessel 2000.
Was Clemens Bittlinger zum Abschluss dieser kirchenmusikalischen Konzertreihe aber nochmals bot, kann wirklich als krönender Abschluss bezeichnet werden. Erlebt man die Atmosphäre seines Auftritts, die humorvolle Einbeziehung des Publikums und - was auch viel die Ausstrahlung eines Clemens Bittlinger ausmacht - seine tief bohrenden Gedanken, versteht man die Begeisterung des Auditoriums.
Seine Lieder und Worte bleiben selten an der Oberfläche. Auch die Mischung seines Repertoires ist ein wesentlicher Faktor seines Erfolges. Da sind die textlich meist einfach gehaltenen Mitsinglieder, die durch fetzige Melodien mitreißen.
Viele Kehlen singen aus voller Brust mit. Da sind aber auch die sehr persönlichen Lieder, die den Finger in gesellschaftspolitische Zeitgeistwunden legen.Dabei redet er von "aus Versehen" erteilten Patenten auf geklonte Lebewesen. Oder er singt von Machtmissbrauch - "Macht ist nur die Angst der andern und wer Macht hat, nutzt die Angst". Gedanken, die offen legen. Gedanken, die treffen. Gedanken, die aber nie belehren wollen.
Dazwischen immer wieder sein trockener Humor: "Warum gibt es in den Kirchen keine Klos? - Wegen der Austrittswelle!" Sehr gut kommen auch die Lyrik und die Lieder seines neuesten CD-Projekts "Ich bin ..." an: Worte Jesu, lyrisch aufbereitet und aktualisiert.
Rap und Rock
Aber was wäre ein Clemens Bittlinger ohne seine musikalischen Freunde. Da entlockt ein glänzend aufgelegter David Plüss seinen Keyboards wunderschöne Balladenbegleitungen. Auch bei Rap und Rock meistern seine schier tanzenden Finger die schwierigsten Passagen scheinbar mühelos und locker. Bei Helmut Kandert begeistern seine virtuosen "Conga- Bongo- Hihat- Trommel- Holzblock- Schellen- Cabasa- Triangel- Glocken- Becken- Shaker- Gerassel- Fantasien". Perfekt beherrschte Instrumentalvielfalt auf nicht einmal einem Quadratmeter Grundfläche. Rhythmus, der groovt, der in die Beine geht.
Ein Abend voller Lieder, deren Melodien man gern noch weitersummt. Ein Abend voller Gedanken, die manchen sicher noch weiterbeschäftigen werden.
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